Fahrten nach Traiskirchen

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Eva Kraus hat das gepostet 13 November 2015

Von den BewohnerInnen des Klammgruberhofs bekommen im Moment viele ihre Ladungen zu den Einvernahmen in Traiskirchen, wo sie ihre Asylanträge stellen können. Das Problem: sehr viele Termine sind um 8 oder 9 Uhr morgens. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln dauert es sehr lang nach Traiskirchen, besonders bei den 8-Uhr-Terminen kann nicht immer sichergestellt werden, dass die Leute pünktlich dort sind. Außerdem müssen die Fahrtkosten zunächst selbst aufgebracht werden und werden erst beim nächsten Besuch der Diakonie rückerstattet - was bei einem wöchentlichen "Einkommen" von 38,50 (von dem so gut wie alle lebensnotwendigen Dinge bezahlt werden müssen) schwierig ist.

Daher gibt es die Überlegung, einen Fahrtendienst zu organisieren, bei denen zumindest diejenigen, die sehr früh bei ihrer Einvernahme sein müssen, mit einem Auto mitgenommen werden können. Nun die Frage:

Gibt es jemanden, der/die diese Strecke ohnehin manchmal fährt? Oder der/die sogar bereit wäre, hin und wieder extra eine Fahrt zu übernehmen?

Wenn ja, bitte postet das als Antwort hier! Ich werde gemeinsam mit anderen, die am KGH im Einsatz sind und auch in Kooperation mit den Diakonie-SozialarbeiterInnen versuchen, einen Überblick zu bekommen, wer wann dort sein muss. Die Termine würden wir auch hier einstellen, private Details zu den Leuten wie Namen,... geben wir bitte NUR per Privatnachricht an die FahrerInnen weiter.

Darüber hinaus noch eine Anmerkung: Ich war bisher 2x mit in Traiskirchen und hatte den Eindruck, dass dort manche Abläufe reibungsloser über die Bühne gehen wenn die Flüchtlinge mit österreichischen Begleitpersonen kommen als wenn sie alleine sind... Wenn man Glück hat und die ReferentInnen es zulassen, kann man sogar bei Einvernahmen dabei sein, was einerseits den Flüchtlingen Stütze gibt, andererseits auch interessant ist, wenn man die Fluchtgeschichten der Menschen - und damit die Menschen selbst - besser kennenlernen möchte. Wer sich das vorstellen kann, kann sich gerne an mich wenden! Vielleicht können euch meine bisherigen Erfahrungen was das Wording und den Umgang mit den Behörden betrifft, weiterhelfen.

 

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Silvia Gramang-Haring hat das gepostet 14 November 2015

Ich pendle die meisten meiner Arbeitstage von Neulengbach nach Wiener Neustadt. Ich könnte sicher jemand in der Früh nach Traiskirchen mitnehmen. Aber ich müsste die Flüchtlinge dort aussteigen lassen und weiterfahren. Das heißt, ich kann sie nicht zu zu ihrem Termin begleiten und dort betreuen. Da ich aber immer wieder auch berufliche Termine in ganz NÖ habe, kann ich das immer nur individuell, abgestimmt auf meine Termine, entscheiden.

silvia wessely hat das gepostet 14 November 2015

Ganz konkret braucht ein junger Mann ein Taxi vom Klamm-Gruber-Hof nach Traiskirchen am 26.11.2015, er hat seinen Termin um 9h- Begleitiung ist glaube ich nicht unbedingt erforderlich, weil er einen Dolmetscher haben wird - aber ich bin mir nicht sicher- 

Kannst Du einmal in Deinen Terminkalender schauen, wie dieser 26.11.15 bei Dir eingeteilt ist-

Danke und liebe Grüße

Silvia Wessely

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  • Eva Kraus
Silvia Gramang-Haring hat das gepostet 14 November 2015

Ich muss am 26.11. um 8 Uhr in Wiener Neustadt sein. Dass heißt, ich müsste den jungen Mann spätestens um 7:30 in Traiskirchen aussteigen lassen - dies würde bedeuten: Abfahrt Klammgruberhof spätestens 6:30

Wenn das gewünscht ist, bitte bei mir melden: 0676 8700 26610

 

liebe Grüße

Silvia

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  • Eva Kraus
silvia wessely hat das gepostet 14 November 2015

Danke für die rasche Rückmeldung- ich sehe den jungen Mann am Donnerstag beim Deutschunterricht und werde ihm Dein Angebot mitteilen- er spricht noch recht wenig deutsch, aber Freunde können übersetzen- vielleicht kann ihn auch einer begleiten- ich gebe Dir dann Bescheid

danke und l.G.

auch Silvia

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  • Eva Kraus
Silvia Gramang-Haring hat das gepostet 26 November 2015

Die "Taxifahrt" nach Traiskirchen hat heute gut geklappt. Der junge Mann war in der Früh pünktlich fertig und trotz tiefwinterlicher Verhältnisse sind wir gut in Traiskirchen angekommen. Eine Kommunikation war halt fast nicht möglich. Ich hatte nur ein unbehagliches Gefühl, ihn vor dem Erstaufnahmezentrum einfach aus dem Auto aussteigen zu lassen und weiter zu fahren - aber ich musste zur Arbeit und konnte ihn nicht dort begleiten. Weiß jemand von Euch, ob sich dort jemand annimmt und den Personen den Weg zur Anhörung zeigt etc? Es würde mir sehr leid tun, wenn sie dann noch herumirren müssten und sich nicht zurechtfinden. Ich hoffe auch, dass er wieder gut heim gefunden hat. Am 2. Dezember nehm ich ein Paar mit, die wissen schon gut Bescheid, wie sie von Traiskirchen wieder auf den Klammgruberhof kommen. Loebe Grüße Silvia

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  • Eva Kraus
Eva Kraus hat das gepostet 26 November 2015

Liebe Silvia,

Super dass du den heutigen Transfer übernommen hast! Leider kümmert sich dort soweit ich weiß niemand...

Es läuft so, dass die Leute sich erstmal bei einem der 3 Eingänge registrieren müssen (welcher das ist, hab ich immer erst dort mittels durchfragen herausgefunden) und dann zu einem bestimmten Haus geschickt werden, in dem sie sich anmelden müssen. Dann warten sie dort mal und werden irgendwann namentlich aufgerufen (gemeinsam in einer Gruppe mit anderen Wartenden) und in ein anderes Haus geschickt, wo sie dann nach weiterer Wartezeit einvernommen werden.

Ich habe den Eindruck, dass die unbegleiteten Geflüchteten dort oft lange in den Warteschlangen stehen müssen, während diejenigen die in (österreichischer UND nicht-juristischer) Begleitung kommen, weniger Wartezeiten haben. Und ich habe es auch so erlebt, dass die Beamten dort durchaus freundlich und konstruktiv sind, wenn man als Begleitperson mitkommt (einen Pass oder Personalausweis sollte man jedenfalls dabei haben, damit die Besucherkarte ausgestellt werden kann) und eben kein Jurist ist... 

Die ReferentInnen, mit denen ich bisher zu tun hatte, waren sehr bemüht und zuvorkommend mir gegenüber und haben auch gestattet, dass ich bei Einvernahmen dabei war (was nicht selbstverständlich ist - das hängt anscheinend vom jeweiligen Referenten ab).

Wie sich das alles abspielt wenn die Geflüchteten alleine dort sind kann ich nicht sagen. Jedenfalls ist das Areal groß und unübersichtlich, aber nachdem diejenigen mit denen ich bisher mit war auch zumindest einige Tage lang dort untergebracht waren, kennen sie sich oft ganz gut aus.

Jedenfalls wäre es natürlich fein, wenn es uns gelingen würde, die Menschen dort auch wirklich beim Verfahren an sich zu begleiten - es ist aber klarer Weise auch verständlich dass das in einem Fall wie heute nicht geht. Da ist es schon sehr viel wert, wenn jemand ihnen die "Weltreise" in aller Herrgottsfrüh nach Traiskirchen ersparen kann, bei der man mit den Öffis nie weiß ob man überhaupt pünktlich hinkommt. Das erleichtert die Sache schon enorm - also DANKE dir, Silvia!!! 

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  • Maggie Haslinger-Maierhofer
Samuel Zsivkovits hat das gepostet 15 März 2016

Hallo,

auch wenn ich mich reichlich spät in diese Diskussion einmische:

Bei allen Einvernahmen im Asylverfahren hat die betroffene Person das Recht eine Vertrauensperson (AsylG 2005 §19 (5))  sowie eine rechtliche Vertretung mitzunehmen. Die Entscheidung liegt hierbei bei der von der Einvernahme betroffenen Person und nicht bei der Referentin*bei dem Referenten.

Wichtig währe in jedem Fall eine gute rechtliche Vorbereitung der betroffenen Personen auf die Einvernahme.

LG Samuel

 

Eva Kraus hat das gepostet 16 März 2016

Hallo Samuel!

Ja, damit hast du im Prinzip ganz recht, nur gibts - wie so oft - auch hier die berühmte Lücke zwischen Theorie (=Rechtsgrundlagen) und Praxis (=hier die Kommunikation derselben).

Es kommt drauf an, wie die ReferentInnen den Leuten diesen Sachverhalt kommunizieren. In einem Fall wurde vom Referenten eben mehrmals nachgefragt, ob es denn nun tatsächlich unbedingt nötig sei dass die Begleitperson mitkomme... Klar könnte man sich dann auf §19 (5) beziehen und drauf bestehen, ich glaub aber da kommts wirklich auf den Einzelfall an - wie es den Leuten geht und ob sie die Einvernahme auch ohne Vertrauensperson hinter sich bringen können (was meist der Fall ist, so die Leute nicht ganz schwer traumatisiert sind o.ä., und dazu werden sie in der Rechtsbelehrung bevor die Einvernahme beginnt, befragt). Muss man dann abwägen ob ein Beharren auf dem Recht im jeweiligen Fall Sinn macht oder nicht - wenn man jedenfalls vor hat, noch weitere Male bei anderen Flüchtlingen als Begleitperson zugelassen zu werden ist es vermutlich nicht sehr ratsam, sich da weit aus dem Fenster zu lehnen...

Was die Vorbereitung der Begleitperson betrifft: Ich war bisher bei drei Einvernahmen dabei. Eine rechtliche Vorbereitung hatte ich nicht und war auch keinesweg nötig, da einem bei der eigenen Rechtsbelehrung für Begleitpersonen klargemacht wird, dass man sich nicht einzumischen hat. Man sitzt hinter dem/der zu Befragenden, Zwischenfragen sind nicht gestattet, sich sonstwie zu Wort zu melden auch nicht, außer man wird von den ReferentInnen ausdrücklich dazu aufgefordert. Insofern gibts nix, auf das man sich vorbereiten könnte/müsste - man ist ausschließlich ZuhörerIn. 

DANKE jedenfalls für den Link und den Input!!

 

Samuel Zsivkovits hat das gepostet 16 März 2016

Hallo Eva,

die Lücke zwischen Theorie und Praxis gibt es und ich meine ebenfalls, dass es fraglich ist auf das Recht zu pochen wenn damit der*die Referent*in verärgert wird.

Ich wollte lediglich auf die Rechtslage hinweisen, da sie vielleicht nicht allen bekannt ist.

Eine Vorabberatung bräuchte meines Erachtens nicht die Vertrauensperson, sondern die*der Asylwerbende, damit sie*er sich bestmöglich vorbereiten kann.

LG Samuel

Eva Kraus hat das gepostet 16 März 2016

Lieber Samuel,

ich bin dir echt dankbar für deinen "Senf" - hoffe, das ist auch so angekommen! :) Deine Hinweise zur Rechtslage sind höchst willkommen, wir lernen ja alle gerade erst, mit solchen Situationen umzugehen. Da ist es wirklich hilfreich, genau solche Informationen wie die Deinen zu haben!

Und: Ja, eine Vorab-Beratung für die AslywerberInnen wäre eine geniale Sache!! Weißt du, ob es sowas gibt? Wenn ja, wo? Wenn nein, hast Du eine Idee, wie man sowas ins Leben rufen könnte?

Wir können gern auch mal direkt drüber sprechen: 0650/7853834

Herzlichen Gruß,

Eva

Samuel Zsivkovits hat das gepostet 16 März 2016

Hallo Eva,

in St. Pölten gibt es z.B. eine Rechtsberatung von Seiten der ARGE Rechtsberatung (Diakonie + Volkshilfe):

Josefstraße 5/4, 3100 St. Pölten, E-Mail:  beratung.noe-west@diakonie.at , Telefon:  +43 (0)2742 214 38

Beratung gibt es hier nach telefonischer Vereinbarung (siehe http://diakonie.at/einrichtung/arge-rechtsberatung-regionalstelle-stpoelten)

Es kann sein, dass Mitarbeter*innen im Haus Neulengbach mehr Infos haben.

LG Samuel

Eva Kraus hat das gepostet 16 März 2016

Lieber Samuel,

das ist sehr hilfreich, danke! Falls jemand hier Erfahrungswerte mit dieser Rechtsberatung hat, wäre es von Vorteil, diese zu teilen. Das würde den AsylwerberInnen und den Vertrauenspersonen den Prozess sicher erleichtern.

Alles Liebe,

Eva

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