Sg. Fr. Hinterndorfer!

Die Aussagen des Hrn. Bgm. Wohlmuth im Sommergespräch der letzten Ausgabe der NÖN (29/2016) zur Freiwilligen Flüchtlingshilfe in Neulengbach sind für mich in keiner Weise nachvollziehbar und verlangen eine Richtigstellung. Nach wie vor bemühen sich unzählige Menschen um die in Neulengbach gestrandeten Asylwerber, organisieren Fahrtendienste, führen wöchentlich mehrere Deutschkurse an verschiednen Standorten durch, helfen bei der Anlage von Gemüsegärten, machen Lern- und Spielenachmittage für Kinder und Jugendliche, engagieren sich im Soziallager Altlengbach, haben eine erfolgreiche Fussballmannschaft gegründet, veranstalten integrative Caféhäuser und vieles andere mehr! Es fand ein Benefizkonzert statt, von dem jetzt noch Materialien für diverse Hilfsangebote besorgt werden können und es finden nach wie vor monatlich Vernetzungstreffen statt, um zu erheben, wo gerade am dringendsten Hilfe benötigt wird. Leider hat man außer von SPÖ und Grünen seitens der Gemeinde dort noch nie jemanden gesehen, daher wundert mich die irrige Sicht des Hrn. Bürgermeisters auch gar nicht.

Die Facebook Seite „Flüchtlinge Willkommen in Neulengbach“ hat mittlerweile über 350 Mitglieder und täglich werden es mehr. Auf dem eigens dafür eingerichteten Internetforum „Neulengbach hilft“ (www.neulengbachhilft.at) kann man sich ansehen, was sonst noch alles an tollen Hilfsangeboten läuft, und als einer der Koordinatoren der Freiwilligen-Hilfe sende ich selbst regelmäßig einen Newsletter mit allen Infos und Needs, Terminen und weiterem Wissenswerten an knapp 100 registrierte User. Wer sich also ehrlich für Flüchtlingshilfe interessiert, könnte Bescheid wissen, wie großherzig und nimmermüde die Freiwilligen hier Woche für Woche anpacken. Sehr geehrter Herr Bürgermeister, hier ist niemand müde oder frustriert! Den einzigen Frust, den ich hin und wieder wahrnehme, ist der von mangelnder Unterstützung seitens der Gemeinde wenn es um Freiwilligen Projekte geht. Die Menschen, die sich hier ehrenamtlich und ohne jede Bezahlung in ihrer Freizeit um unsere Flüchtlinge und integrative Maßnahmen kümmern, verdienen höchsten Respekt und vor allem großen Dank. Das würde ich mir eigentlich von einem Bürgermeister erwarten, nicht Häme oder Schlechtreden. 

 

Herzliche Grüße,

Mag. Heinz Prochazka

Psychotherapeut und Freiwilligen Koordinator der Initiative „Neulengbach Hilft.“

3040 Neulengbach